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ICH BIN NICHT MEIN VOLK
 
Nein. Ich bin nicht mein Volk. Ich bin nicht zuhaus hierzulande,
wo die Geschichte sich wieder einrichtet hinter vorgehaltener Hand.
Nein, ihr habt mich nicht und ich habe nicht euch, wir haben einander nicht
und werden nicht eins. Kein Dank ist mir gewiss. Nichts, was verlangt war,
hab ich gegeben. Mein Blut nicht, schon gar nicht mein Wort.  

Auf dieser Scholle lernte ich nicht den aufrechten Gang. Man lehrte mich,
Schmetterlinge zu spießen, warnte mich vor einem hündischen Schwein
in meiner Seele. Ich verbellte mich selbst. Und lernte zu sehen:
An neuen Schreibtischen saßen die alten Verbrecher.  

Doch was ist mit den Landschaften, die du geliebt hast? Ja! Ja zur 
unaufhörlichen See, zur Gipfellust und zum Atem der Täler! Doch 
auch andere Völker hatten schöne Gefilde. Wo staunte ich nicht?
Kennen Bäume ihre Nation? Ich entkam einem schönen Bauch und
nicht einem Volk. Ich schrie in den Rauch, ich roch
und ich hörte den Krieg, die Schreie der Mutter und meine: Wir waren
ein Chor gegen das Land. Seither nie Lust auf die Hymne, egal wo.  

Aber gib zu, alter Mann, die Sprache, die gute, die liebe! Ja, ja und ja!
Seit ich sie habe, leg ich die Arme um sie.
Als ob ich sie schützen müsste vor ihrem Namen.    

Ich habe versucht, ein Geselle zu sein im großen Geglaube, Gehoffe, Gegrübel,
Getrampel, Gesinge und in der gemeinen Geheimaterei.
Ich hab’s nicht geschafft. Ich bin nicht mein Land, ich suche in sämtlichen
Taschen, da ist keine Runenkrume, kein Nibelungengestäubel,
manch einer verwächst mit der Erde. Mich macht sie schwanken.  
Als in ferner Fremde mich einer fragte, wo ich, denn irgendwo müsse
man doch zuhaus sein, vertraue und arglos erwache, fiel mir
meine Frau ein, mein Sohn.

Und als man mich fragte nach Freunden, nach Nachbarn, fragte ich wider:
Kennt ihr das nicht hier: Eine winzige Drehung nur der Geschichte,
und der Freund lässt dich fallen unter die Mörder, der Nachbar,
gestern half er mit Salz aus, legt Feuer an deine Tür?  

Wäre ich anders? Wer garantiert für sich unter dem Namen, der schon so
entsetzlich versagt hat? Wir tragen das Mal. Die Schuld nicht, aber das Mal.
Ich wische, es reicht nicht, ich reibe, es bleibt.
Ich ertrage mein Land. Es trug mich noch nie.
Ich laufe, es läuft mir im Schädel immerzu mit.
Aber ich bin nicht mein Volk.






SCHWEIGEKIND  Transit Verlag Berlin 2018

Das Trauma eines Missbrauchs zieht nach Jahren alle, die damit in Berührung kommen, in das Dunkel aus Scham und Schuld. Die Geschichte einer Frau, die keinen Boden mehr unter den Füßen hat und zwischen Rache und Sehnsucht hin und her gerissen ist. Und die Geschichte eines Mannes, der ein verletztes Leben durch Liebe zu heilen versucht.



Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG schreibt:

"Dieser sorgsame Erzähler eröffnet und schließt wunderbar stimmige, eingängige Erzählpassagen. Heidenreich ist ein großer Strukturalist, dem nicht das kleinste Detail durchs Netz seiner Erzählung entwischt. Was dieser Erzähler seinen Lesern zu bieten hat, ist daher nicht mehr, aber auch nicht weniger als die berühmte Lust am Text, bei der man, von einer starken Handlung und charakterstarken Figuren getrieben, wie auf einer Welle durch den Roman gleitet." 

Christian Metz, FAZ




"Ob man möchte oder nicht, wer einmal angefangen hat, dies Buch zu lesen, wird es zuende bringen." 
Annemarie Stoltenberg, ndr kultur  

"Es gelingt Heidenreich, seine Leser in einen ungeheuer filigranen Text hineinzuziehen, der bis zur letzten Seite spannend bleibt." 
Werner Jung, junge Welt  

"Schweigekind von Gert Heidenreich erinnert in seiner Konzeption, seiner Sprache, insbesondere der Dialoge und der erzählerischen Gestaltung von Natur entfernt an Thomas Manns Zauberberg, in einer knapperen, gegenwärtigen Form freilich. (...) Ein faszinierender, außergewöhnlicher Roman." 
Sabine Zaplin, BR 5, Neues vom Buchmarkt  

"Heidenreichs Romane waren schon immer psychologisch gut fundiert, doch mit diesem Buch über eine in Schmerz und Rachegedanken verstrickte Frau und einen Therapeuten, der über der Konsultation mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert wird, gelingt ihm ein spannungsvoll aufgebautes Kabinettstück um eine doppelte Aufarbeitungsgeschichte, die zugleich Möglichkeiten und Grenzen der Psychotherapie auslotet. Eine einfühlsame, subtile Prosa von mitunter kammermusikalisch anmutender Intensität."
Manfred Bosch, ekz bibliotheks-Service 

"Psychologisch höchst kunstvoll zusammengebaut, gespickt mit Vor- und Rückblenden, Briefen, Gesprächen und Erinnerungen erzählt Gert Heidenreich in seinem Roman „Schweigekind“ eine beeindruckende Geschichte um Liebe und Verrat. Nicht immer ganz einfach zu lesen, aber absolut lohnenswert!"
OVB Oberbayerisches Volksblatt



ALEXANDER SWOBODAS VIERTER UND LETZTER FALL

"Brillant geschrieben, witzig, philosophisch, gesellschaftskritisch, sarkastisch, spannden." Bayerischer Rundfunk

"Ein vollmundiges Lesevergnügen – humorvoll, durchdacht, realistisch, böse und im Nachgang mit einem Hauch Wehmut." Jochen Marmit in SR-Bücherlese

Ilijas Shansugirows poetisches Volksepos basiert auf dem Lied „Kulager“ des Sängers Akan Seri: Im 19. Jahrhundert ließ Akan sein berühmtes Pferd Kulager bei einem der gewaltigen Pferderennen in der Steppe antreten. Jeder Zuschauer wusste, es würde gewinnen. Doch ein reicher, mächtiger Mann ließ das Tier töten, sodass am Ende sein eigenes Pferd den Sieg davontrug. Obschon das Unrecht offensichtlich war, schwiegen die Zuschauer. Akan zog sich enttäuscht in die Einsamkeit zurück und schrieb Trauergesänge. Der bekannteste davon: „Kulager“. Shansugirows Versepos führt dem Leser die dramatischen Geschehnisse und die herrlichen Landschaften am Rand der Steppe vor Augen. Er schildert das Pferderennen in prallen, bildreichen Versen und treibt die Handlung auf den Konflikt zwischen Akan und dem missgünstigen, brutalen Reichen zu. Die Stalinisten verstanden sofort, dass sie gemeint waren: als verbrecherische Unterdrücker, die das Volk in Angst halten und die freien Künste knebeln. „Kulager“ wurde sofort nach Erscheinen in den 1930er-Jahren verboten und das Manuskript daraufhin versteckt. Als Shansugirow 1958 posthum rehabilitiert wurde, übergab ein Freund das Manuskript an Shansugirows Witwe, die es veröffentlichte.


DAS LIED VON KULAGER
VON ILIJAS SHANSUGIROW
Ein kasachisches Epos von Poesie und Freiheit, Mut uns Treue, Hinterlist, Mord und Trauer
Deutsche Nachdichtung
von
GERT HEIDENREICH

MIT CD: Vollständig gesprochen von Gert Heidenreich / Musik: Julian Heidenreich / Produktion Bayerischer Rundfunk 2016

Verlag Edition Büchergilde 2016 

Kongeniale deutsche Übertragung.

Das Gedicht, das Naturlyrik und Sozialsatire mit großem dramatischen Atem verbindet, ist nun in einer ebenso sorgfältigen wie poetischen Übertragung von Gert Heidenreich für deutsche Leser zugänglich.

Kerstin Holm, FAZ  12.3.2016


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1842 im Hunsrück...
Eine Geschichte von Hunger und Hoffnung, Trauer und Mut.









DIE ANDERE HEIMAT
ERZÄHLUNG, Droemer Verlag, 2013
Mit einem Nachwort von EDGAR REITZ

Für das Drehbuch zu dem gleichnamigen Film von Edgar Reitz erhielten er und Gert Heidenreich den Bayerischen Filmpreis 2013 und den Deutschen Filmpreis ("Lola") 2014





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Ehrlich gesagt, kein vernünftiger Mensch lässt sich weismachen, ein Ermordeter könne seinen Mörder überführen. Dennoch ist es die Wahrheit und in unserem besonderen Fall nichts als die Wahrheit...






































DER VIERTE DER SWOBODA ROMANE

IM VERLAG KLETT-COTTA 2014

"Ein Heidenspaß. Ziemlich genial."
my crime time (Internet)

"Ein vollmundiges Lesevergnügen - humorvoll, durchdacht, realistisch, böse."
Südwestrundfunk

"Geschliffene Eloquenz. Kenntnisreich. Reines Leseglück."
bücher nachlese

"Ein spannendes Buch. Ebenso unterhaltsam wie anspruchsvoll."
Stuttgarter Zeitung

"Leichthändige literarische Erkundung einer Sphäre, deren angstbesetzte
Finsternis das Kapital darstellt, mit dem gewöhnliche Krimis wuchern."

Süddeutsche Zeitung

"Ein höchst vergnüglicher, ein etwas anderer, in jedem Fall bestens unterhaltender Kriminalroman."
Passauer Neue Presse

"Respekt, Gert Heidenreich! Für diesen kunstvollen Kriminalroman, der sich selbst und sein Genre auf die Schippe nimmt. Ein feiner, amüsanter Roman über Hochmut und Gier, Erpressung und Kunst."
literaturblog Günter Keil

"Im Überangebot von Krimis gibt es auch literarische Perlen. Gert Heidenreichs Der Fall gehört zu diesen Ausnahmeerscheinungen. Brillant geschrieben, witzig, philosophisch, gesellschaftskritisch, sarkastisch, spannend."
Bayerischer Rundfunk

"Der Autor begeistert mit einer phantasievollen Sprache und meistert die Perspektivensprünge bravourös."
Buchprofile/Medienprofile

"Gert Heidenreich ist ein humorvoller Roman über Hochmut, Gier, Erpressung und Kunst gelungen. Das beschwingte Versteck- und Verwirrspiel ist einer der originellsten Krimis des Jahres."
Abendzeitung München

"Einfach genial."
Recklinghäuser Zeitung






DAS WAR DER DRITTE FALL FÜR DEN MALER UND EX-KOMMISSAR ALEXANDER SWOBODA
:

MEIN IST DER TOD

Alles, was sie haben, ist ein altes Skelett, das Herz einer Unbekannten und Körperteile, die nicht zusammengehören. Sie suchen einen Serienmörder, der den Ermittlern ein teuflisches Spiel aufzwingt – mit Rätseln aus Dantes "Göttlicher Komödie".
Der dritte Fall für Alexander Swoboda bringt auch ein vergessenes Stück deutscher Geschichte ans Licht: die Massaker der Wehrmacht 1940 an den schwarzen französischen Soldaten, den "Tirailleurs Senegalais".


Süddeutsche Zeitung Feuilleton
Kristina Maidt-Zinke:

Er hat es wieder getan, und es ist nicht auszuschließen, dass er von Neuem rückfällig wird. Gert Heidenreich, als Erzähler, Romancier, Lyriker, Bühnenautor, Essayist und Sprecher eine literarische Instanz, hat sich zum dritten Mal ins Krimi-Genre begeben, obwohl er ursprünglich nur der Forderung Friedrich Dürrenmatts nachkommen wollte, jeder Schriftsteller solle zumindest einmal im Leben einen Kriminalroman verfassen. Aber wie es so geht: Eine Ermittlerfigur gewinnt schnell ein Eigenleben, zumal dann, wenn sie gewisse Merkmale, Vorlieben und unerfüllte Wünsche mit ihrem Erfinder teilt - und flugs wird der Autor zum Serientäter. (...)
Heidenreichs früh ergrauter Kommissar hat schlesische Vorfahren und trägt den Nachnamen Swoboda, der auf Polnisch "Freiheit" bedeutet. Und wie die meisten seiner Kollegen in einschlägigen Bestsellern ist er als Polizist überqualifiziert: Er verfügt über solide Bildung, einen Hang zum Grübeln, eine unbeamtenhaft aufsässige Natur, gehobene kulinarische Ansprüche und ein kompliziertes Verhältnis zu Frauen. Bei ihm kommt noch eine ausgeprägte künstlerische Begabung hinzu, hat doch Gert Heidenreich selbst als Maler begonnen, bevor er Schriftsteller wurde. Gleich nach dem ersten Fall ("Im Dunkel der Zeit") schickte er seinen Helden in den Vorruhestand, wo er sich ungestört seiner wahren Neigung widmen sollte. Doch da gab es bereits eine Fangemeinde, die nach Fortsetzungen verlangte. Was insofern nicht verwundert, als der Hörbuchprofi Heidenreich, der die Wirkung seiner Sätze durch lautes Lesen zu überprüfen pflegt, auch als Krimiautor weiß, was er einem etwas anspruchsvolleren Publikum schuldig ist. (...)" (13.7.2012)

PASSAUER NEUE PRESSE:
"Heidenreich schreibt nicht einfach nur Krimis, er leuchtet Seelenabgründe aus und gruppiert stilistisch auf höchstem Niveau die handelnden Akteure wie in einem Theaterstück.
Mein ist der Tod ist formvollendete Krimi-Literatur." (9.11.2012)

HAMBURGER ABENDBLATT:
"Gert Heidenreich hat mit Mein ist der Tod einen elegant erzählten Kriminalroman geschrieben, der changiert zwischen grausiger Attitüde und feingliedrig humorvoll inszenierten Passagen. Und die Spannung hält Heidenreich, ohne ins dramaturgische Schwanken zu geraten. Sehr lesenswert." (14.5.2012)




In der Stadtkirche von Zungen an der Nelda wird zu Füßen der Marienstatue eine Butlache entdeckt: Ein Serientäter kündigt damit seine brutalen Frauenmorde an. Der Künstler und ehemalige Kommissar Alexander Swoboda, der in der Kirche ein Fenster zum Thema "Auferstehung" gestalten soll, wird gegen seinen Willen in die Ermttlungen hineingezogen. Der Mörder gibt die Fundorte seiner Opfer in rätselhaften Videospielen preis. Der Schlüssel zu deren Lösung liegt offenbar in Dantes Dichtung "Die Göttliche Komödie".
Swoboda erkennt langsam, wie sich die Gegenwart des Todes mit einer rassistischen Bluttat in der Vergangenheit verbindet.


2009
NACH IM DUNKEL DER ZEIT DER ZWEITE FALL DES MALERS UND KOMMISSARS ALEXANDER SWOBODA:
DAS FEST DER FLIEGEN
EINE FUNDAMENTALISTISCHE KATHOLISCHE BRUDERSCHAFT LÄSST DIE MÖRDERISCHE INQUISITION AUFLEBEN.


DasFestderFliegen.pdf






2011 BEI dtv









































IM MÄRZ 2009 IST DER ROMAN WIEDER ERSCHIENEN, IN DEM 1994 VOM VERSCHWINDEN DES GELDES ERZÄHLT WURDE UND DER DAMALS DEN PHANTASTIK-PREIS ERHIELT:
GERT HEIDENREICH:
DIE NACHT DER HÄNDLER (NEUFASSUNG 2009)
EIN UTOPISCHER ROMAN, DER SCHON 15 JAHRE SPÄTER BESTÄTIGT WERDEN SOLLTE...



UND DAS WAR SWOBODAS ERSTER FALL:

BEI dtv: 2. Auflage 2013

Gert Heidenreich

IM DUNKEL DER ZEIT
Kriminalroman

"Ein großartiger Roman. Die gelungene Verbindung von Spannung, literarischer Erzählkunst und Zeitgeschichte ist ein Glücksfall für die deutsche Literatur."
Johannes Mario Simmel

"Unglaublich spannend, ein herrliches Buch, wirklich meisterhaft."
Margriet de Moor

„So spektakulär und brutal wie der schwedische Wallander-Erfinder läßt Heidenreich seinen ersten Kriminalroman beginnen... Im Dunkel der Zeit funktioniert als Kriminalroman von der ersten Seite an, und wir erleben einen für seine sonstigen Prosaverhältnisse ungewohnt launigen, ja lässigen, fast gespenstisch entspannten Heidenreich. Und dabei bleibt er sich als Schriftsteller unbedingt treu.“
Friedrich Ani, Süddeutsche Zeitung

„Sehr gut gelungen. Starke Figuren. Sprache weit über dem Durchschnitt. Hochinteressant.“
Wolfgang Herles, ZDF






Im Dunkel der Zeit

 
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